Das Verbundprojekt


Junge Ärzte haben oft den Eindruck, weder im Studium noch der Weiterbildungszeit ausreichend praktisch ausgebildet worden zu sein. Kaum Einer fühlt sich mit dem Studienabschluss in der Lage, qualifiziert und eigenverantwortlich ärztlich tätig sein zu können - obwohl das häufig vorausgesetzt wird und das Praktische Jahr hinter ihnen liegt. Nicht selten am ersten Arbeitstag noch geschont, findet er sich am zweiten in der Notaufnahme wieder - aufgrund des Personalmangels auf sich allein gestellt ohne supervidierenden Alt-Assistenten, Fach- oder Oberarzt.

Dabei erleichtert das sichere Beherrschen von Basisfertigkeiten den Umgang mit Stresssituationen - in praktischen Prüfungen ebenso wie im Klinikalltag, Nachtdienst oder im OP.

Im Klinikalltag konkurrieren klassische klinische Tätigkeit mit Forschung und Lehre - oft zu Ungunsten der Vermittlung praktischer Fertigkeiten an den Nachwuchs. Eine Situation, die hohe Risiken birgt, für Studenten, Ärzte und Patienten.

Ziel des Verbundprojektes Praktische Klinische Kompetenz der Universitäten Frankfurt, Marburg und Gießen ist die Verbesserung der Lehre der Studenten in der Chirugie, hin zu einer fundierten klinischen Ausbildung die den Einstieg ins Berufsleben erleichtert. Dies umfasst sowohl die Konzeption eines systematischen, simulations- und technologieunterstützten Unterrichts auf der Basis konsentierter Lernziele, wie auch Aus- und Weiterbildung hin zu einer Professionalisierung der Lehrenden.

Hierzu sind im Projekt drei Arbeitssäulen vorgesehen:

Um die gesteckten Ziele erreichen zu können, ist eine fachliche Zusammenarbeit etablierter Institutionen sowie eine enge Vernetzung der dort vorhandenen Kompetenzen notwendig. Im Rahmen des Bund-Länder-Projektes Qualitätspakt Lehre des das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wurde dem Verbundprojekt der Universitäten Frankfurt, Gießen und Marburg, gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), der Gesellschaft für medizinische Ausbildung (GMA) und der Bundesvertretung der Medizinstudierenden (bvmd) eine Förderung in Höhe von zwei Millionen Euro bewilligt.